Die Gemeinde Schaalby liegt landschaftlich sehr reizvoll am nördlichen Ufer der Schlei und besitzt auf ihrem Gemeindegebiet etliche interessante Naturerlebnisräume. Besonders hervorzuheben ist das Naturschutzgebiet
Reesholm, eine Halbinsel in der Schlei, die regelmäßig vom Brackwasser überflutet wird und einer außergewöhnlichen Flora und Fauna Lebensraum bietet.

Ab 2007 gehört Reesholm als Natura 2000 - Fläche zum
life-baltcoast - Projekt der EU.
Es gibt auch ein
aktuelles Faltblatt mit interessanten Informationen.
Das Naturschutzgebiet wird von Mitgliedern des
NABU Schleswig-Holstein Ortsgruppe Schleswig betreut. Unter der Leitung des Referenten für Reesholm Werner Kuhr gibt es auf und bei Reesholm interessante Aktionen für Naturliebhaber. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem
Wanderplan der NABU-Ortsgruppe Schleswig mit Terminen auf Reesholm zum
download. Kenner wissen, dass auf Reesholm eine Pflanze wieder entdeckt wurde, die in Deutschland als ausgestorben galt. Eine besondere Überraschung der letzten Jahre ist auch das Blaukehlchen.

Der Wanderplan der
NABU-Gruppe Schleswig liegt auch als Broschüre in der Bücherei Schleswig zur Mitnahme aus. Beim NaBu freut man sich immer über neue Gesichter bei den Veranstaltungen.
Die Naturpflege der Feuchtwiesen übernehmen die Robustrinder vom Verein
Bunde Wischen aus Schleswig. Auch hier gibt es manchmal interessante Führungen, auf die in der Presse hingewiesen wird.
Aber auch die wieder vernäßte Niederung des
Tolkwader Sees nördlich der B201 auf Höhe der Hofstelle Tolkwade, kurz bevor es links zur Tolkschau abgeht, ist eine Erkundung wert. Hier kann man im Sommer mit etwas Glück die Rohrweihe bei der Jagd und vielleicht auch beim Anflug auf's Gelege beobachten. Nicht unterschätzen sollte man die Artenvielfalt im Bereich der alten
Rübenerdedeponie zwischen Moldenit und Winning. Hier kann man Wasservögel ungestört bei der Brut und Aufzucht beobachten, auch weil der hohe Zaun freilaufende Hunde uneinsichtiger Hundebesitzer fernhält. Seit 2011 gehört auch der Tallauf der Füsinger Au mit den angrenzenden Wäldern zum
Flora-Fauna-Habitat
- Schutzgebiet. Speziell für das Waldgebiet Broholm zwischen Füsing und Taarstedt werden von den Landesforsten in Zusammenarbeit mit dem Amt für ländliche Räume Entwicklungspläne für einen naturnahen Wald erstellt. Ziel ist eine Erhaltung und Förderung als typischer Buchen-Waldmeister-Wald. Glücklicherweise darf unser Waldkindergarten im Wald verbleiben und ist im Bestand nicht gefährdet. Im nächsten Schritt gilt es die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen am Ufer der Füsinger Au naturverträglicher zu gestalten. Leider kommt es hier wiederholt zu einem viel zu höhen Nitrateintrag durch unbedachte oder fahrlässige Überdüngung im Wassereinzugsbereich. Dennoch lohnt sich immer noch eine Kanufahrt auf der Au, bei der man hoffentlich bald wieder Eisvögel sichten kann. Es gibt auch starke Hinweise, dass der Fischotter sich wieder angesiedelt hat.

Im Bereich der Feuchtwiesen im unteren Aubereich läßt sich der Sprosser belauschen und regelmäßig bekommt man Kiebitze zu Gesicht. Aber auch die wenigen noch einigermaßen intakten Knicks und Redder lohnen einer genaueren Beobachtung. Goldammer und sogar Braunrückenwürger, auch als Neuntöter bekannt, lassen sich mit Geduld aufspüren. Leider sind die
Knicks erheblich durch zu intensives "Aufkappen" und zu frühes "Auf-den-Stock-setzen" in ihrer Vielfalt bedroht. Gerade die Gemeinde hat hier eine gesetzliche Pflicht (
§2 Absatz 4 im Kapitel 1 des Bundesnaturschutzgesetz BNatSchG "
Bei der Bewirtschaftung von Grundflächen im Eigentum oder Besitz der öffentlichen Hand sollen die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege in besonderer Weise berücksichtigt werden."), mit gutem Beispiel voran zu gehen. Leider lassen sich die Mitglieder der CDU-Mehrheitsfraktion nicht davon überzeugen, dass es keinesfalls notwendig ist, jedes Jahr aufs Neue die Knicks an den Gemeindestraßen zu Hecken zurückzuschneiden. Alle zwei bis drei Jahre würde völlig ausreichen! Angeblich fordere die Verkehrssicherngspflicht, dass niemals auch nur eine kleiner Zweig ein Auto streifen dürfe. Angeblich habe die Gemeinde bereits kaputte Spiegel ersetzen müssen. Auf konkrete Frage, wann das war und wieviel Schaden entstand, konnte keine Auskunft im Bau- und Wegeausschuss gegeben werden. Im vorherigen frühen und strengen Winter war das Aufkappen der Knicks komplett ausgefallen und es konnten vom Ausschussvorsitzenden keine konkreten Angaben über Störungen im Jahr 2011 gemacht werden. Was für eine Blütenpracht gab es 2011 entlang der Gemeindewege im Frühjahr zu bestaunen! Und es war für die Natur von großem Gewinn, um den ortständigen Vögeln und seltenen Haselmäusen eine reiche Beerenpracht bzw. Nüsse als Nahrung zu lassen. Aber die Vertreter der Bauernschaft glaubt, dass sich an jeder Stelle eines Wirtschaftsweges jederzeit zwei riesige Landmaschinen ohne Knickberührung begegnen können müssen. Man könnte ja auch abbremsen und langsamer fahren! Die Mitglieder des Bau- und Wegeausschusses sind am 04.02.1012 mehrheitlich nicht bereit gewesen, eine Knickpflegeplan aufzustellen. Man wolle ab er zumindest darüber nachdenken, möglicherweise eventuell den vorgeschlagenen Kahlebyer Weg bzw. den Weg zur Stollerwerft ausnahmsweise im zweijährlichen Rhythmus zu pflegen. Man wird sehen. Hier gibt es noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Vielleicht müssen wir auf eine neue Landesregierung nach der Wahl in diesem Jahr setzen, damit Naturschutzaspekte gesetzlich besser durchgesetzt werden können. Auf freiwilliger Basis klappt es ja offensichtlich nicht. Bei allem sollte auch bedacht werden, dass man die jährlichen Knickpflegekosten im Gemeindehaushalt um fast die Hälfte reduzieren könnte, wenn sich die CDU endlich auf ein reduziertes, ökologisch sinnvolles Knickpflegemanagement einließe. Damit könnte man locker den Förderanteil für die Bücherei in Schleswig erwirtschaften und hätte sogar noch Geld über. Alles in allem gibt es für den Naturfreund in Schaalby aber immer noch überdurchschnittlich viel zu entdecken und wer sich hier niederlassen möchte, sollte das höchst attraktive Neubaugebiet in der Mühlenstraße in Augenschein nehmen.
(C.-G. Planke)