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Hügelgräber in der Gemeinde Schaalby

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Nördliches Zwillings-Hügelgrab bei Kahlebygaard an der Ortsgrenze zu Scholderup In der älteren, heidnischen Wikingerzeit begrub man Tote unter Grabhügeln. Solche errichteten bereits vor mehr als 5500 Jahren die ersten Bauern der Steinzeit, jedoch kam man nach der Bronzezeit wieder von dieser Sitte ab und beerdigte die Asche der Toten in Urnen, die in der Zeit um Christi Geburt auf großen Urnenfriedhöfen vergraben wurden. Südliches Zwillings-Hügelgrab bei Kahlebygaard an der Ortsgrenze zu Scholderup In der Wikingerzeit erschien der Brauch, über Toten kleine, flache Grabhügel zu errichten - nach 2000 Jahren also von neuem! Eine örtliche Tradition war nicht vorhanden, zumal die früher hier ansässige Bevölkerung der Eisenzeit ja auch abgewandert war. Gerne benutzte man bei einer solchen wikingerzeitlichen Bestattung auch einen der imposanten, mehrere tausend Jahre älteren Grabhügel, und erhöhte denselben dabei abermals, wie das Beispiel des mittlerweile komplett abgetragenen Kosshoi in Moldenit zeigt. Hügelgrab TEUFELSBERG auf dem Hof Brammer in Moldenit Im Jahre 1866 fand man beim Abtragen diese Hügels ein Grab aus der Wikingerzeit. Wir müssen annehmen, dass eine Vielzahl wikingerzeitlicher Grabhügel im Bereich der Gemeinde Schaalby vorhanden waren. Von den mehr als 130 Hünengräbern, die sich nachweisen lassen, sind heute lediglich 10 Stück in schlechtem Zustand bewahrt. Hügelgrab an der STUMPFEN ECKE bei Moldenit Ihre Erhaltung verdanken sie zum Teil nur dem amtlichen Messpunkt, den man in zerstörerischer Weise auf dem Gipfel eingrub, oder dem Umstand, dass sie tief im Wald lagen, und man das benötigte Wegmaterial einfacher in näher gelegenen Bergen abgraben konnte. Die Gemeinde Schaalby ist kein Einzelfall, denn landesweit sind heute nur weniger als 3 bis 8 % des ehemaligen Grabhügelbestandes erhalten. Mit dieser Zahl von 130 Hügelgräbern ist sicher noch nicht die ehemals vorhandene Anzahl erreicht, denn die Zerstörungen der Zeit von 1770/1800 entziehen sich unserer Kenntnis, wie auch eine Vielzahl vorgeschichtlicher Grabhügel nur sehr flach und verhältnismäßig klein waren und somit rasch spurlos in der Ackerschicht aufgegangen sind. Im Verlauf der letzten 30 Jahre hat besonders die zunehmend technisierte Ackerbearbeitung für das Auslöschen auch der letzten Spuren der überflügten Grabhügelreste gesorgt, und an vielen Stellen sind bereits heute die noch in den 1950er und 60er Jahren von amtlicher Seite eindeutig dokumentierten Grabhügelreste nicht mehr als solche zu erkennen. Die wenigen noch leidlich sichtbaren Hügelschüttungen wird der Ackerbau im Laufe der nächsten Jahrzehnte zwangsläufig auslöschen. Hügelgrab zwischen Moldenit und Stumpfer EckeIm frühen 19. Jahrhundert prägten noch eine ansehnliche Reihe von Grabhügeln das Landschaftsbild. Anhand von Schriftquellen und Karten läßt sich schätzen, dass in der Zeit um 1800 nur auf dem Ackerland der Dörfer Schaalby und Moldenit eine Anzahl von 41 Grabhügeln gelegen hat, die noch so groß waren, dass sie aus der Bewirtschaftung ausgenommen waren. Pastor Börm berichtet 1809 an die Altertumskommission für Dänemark, Norwegen und Schleswig-Holstein in Kopenhagen, dass sich im Gebiet seiner Gemeinde noch genau 50 solcher Grabhügel befinden, deren Zahl allerdings beständig abnehme. In der Tat sind von diesen genannten heute nur noch drei vorhanden. Hügelgrab am Weg im Broholmer Wald Die Ursache für diese rapide Abnahme des Denkmälerbestandes liegt in der Aufhebung der Feldgemeinschaft und der Verkoppelung der vormals genossenschaftlich bewirtschafteten Flurstücke zu separaten, privaten Koppeln in der 2. Hälfte des 18. Jahrhundert. Nachdem die Stücke mit den für das Landschaftsbild so charakteristischen Knicks umgeben waren, konnte jeder einzelne Landwirt unabhängig vom Nachbarn sich nach Kräften bemühen, aus dem Boden herauszuholen, was er vermochte. Fast auf jeder Koppel wurden Mergelkuhlen gegraben, man drainierte die abflusslosen Senken und trug eben auch die verbliebenen Grabhügel aus heidnischer Zeit ab, verfüllte mit deren Material niedrige Stellen und gewann so doppelt neues Ackerland. größeres Hügelgrab einer Gräbergruppe im Wald bei Kahlebygaard kleines Hügelgrab einer Gräbergruppe im Wald bei Kahlebygaard

(Dieser Text ist auszugsweise dem Beitrag von Jochen Meyer entnommen, der in voller Länge in der Festschrift der Gemeinde Schaalby zur 800 - Jahr - Feier im Jahre 1996 erschienen ist.)





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